Ein kleines Vokabular des Alltäglichen
Analyse
Briefing verlangt Analyse. Ob ein positiv kommunizierbares Erscheinungsbild entstehen soll, ein vergleichsweise flüchtiger Folder oder ein Buch: Die gestellte Aufgabe verlangt in jedem Fall eine Erforschung des formal und technologisch Machbaren.
Ästhetik
«Gleichgültig, welche Dinge man studiert: Immer wird man zu dem Schluss kommen, dass was gut und brauchbar auch schön ist.»
Baldassare Castiglione, 1528
Ethik
Sensibilität gegenüber den Zeitläuften lässt Richtlinien von kategorischer Gültigkeit entstehen. Das hat nichts mit starrer Moral zu tun, sondern mit bewusster Verantwortung und der Ablehnung zynischer Egozentriertheit als wesentlichem Charakterzug unbedingten Ehrgeizes.
Handwerk
Seelenlos und charakterlose Hülle wären die Produkte unserer Arbeit, entstünden sie aus nichts denn virtuos gehandhabtem Handwerk.
Kommunikation
Die Kommunikation von der Annahme eines Auftrags bis zu seiner erfolgreichen Finalisierung ist genuin dreistufig: Auf die Kommunikation mit unserem jeweiligen Kunden folgt jene, die man mit sich selbst – das heißt mit seiner Erfahrung, seinem Wissen und seinen assoziativen Ideen; kurz gesagt: man bringt sich selbst auf die richtige Spur – führt. Darüber gelangt man mittels des Produkts zur Kommunikation mit einer weitgehend unbekannten Öffentlichkeit.
Kontext
Design ist kein «monolithischer Block». Es steht in Verbindung zu Gewusstem, Erfahrenem, Vorangegangenem. Originalität ergibt sich je nachdem, wie wir mit Anregungen umgehen: spielerisch, befreiend oder sogar mit dem Ziel, etwas völlig Konträres zu entwickeln.
Qualität
Die Qualität unserer Arbeit korreliert direkt mit unserem Bewusstsein für Verantwortung.
Tradition
Als hätte es Adolf Loos’ Diktum von «Ornament und Verbrechen» nie gegeben, scheint der Barock in Österreich – zumindest was Design und Grafik betrifft – nach wie vor höchst lebendig. Im Gegensatz dazu ist die Schweizer Schule von geradezu unerbittlicher Stringenz. Aus dieser Polarität resultiert ein immens anregendes Spannungsfeld für unsere Arbeit.
Vergnügen
Die Freude an der eigenen Arbeit liegt wesentlich darin begründet, dass die Substanz – also das Können, die Ideen, das Handhaben von Kontexten und so fort – sinnlich erfassbarer Gegenstand wird.
Zeit
Ungeduld als subjektives Erleben zeitlicher Dimension und Neugier als sensuale Offenheit gegenüber der Welt sind Motor und Schubkraft unseres Arbeitens.